Historie

Timeline

  • 1932

    Bereits vor dem schrecklichen Zweiten Weltkrieg waren in Trennfeld wahre „Schauspieler“ zu finden, die auf der Bühne ihre schauspielerischen Künste zur Geltung brachten. So führte man 1932 das Theaterstück „Der Meineidbauer“ uf und an Weihnachten brachten die Theaterspieler ein Krippenspiel zum Besten. Einstudiert wurden zu dieser Zeit die Stücke unter der Regie einer Klosterschwester der Trennfelder Schwestern- station. Die „Schauspieler“ Erna Hellmann (Keller), Maria Huth (Schneider), Hedwig Schwab (Klammes), Hedwig Mohr (Jeßberger), Lioba Simon (Schwind), Dora Roos (Schreck), Max Keller, Franz Schneider, Anna Wernig (Martin), August Behl, Irma Diener (Behl) und einige weitere waren damals in Einsatz.

  • 1945 - 1946

    1945 führte der Gesangverein Trennfeld ein „Complete“, ein Theaterstück mit Gesang, auf, bevor 1946 das Theaterstück „Der schlaue Michl und die falsche Bärbl“ ein Lustspiel in 2 Akten zur Aufführung kam. Am 23. April, dem Georgstag 1947 wurde noch einmal der „Meineidbauer“ auf die Bühne gebracht. Unter der Leitung von Pfarrer Eckert spielten damals: Hermann Trabel, Franz Trabel, Karl Gabel, Irmgard Diener (Göller), Genoveva Herzog (Kuhn), Maria Bauer und weitere, nicht mehr bekannte Spieler, das beim Publikum sehr beliebte Stück.

  • 1948

    Auch 1948 nahm man den Georgstag zum Anlass ein Singspiel, und zwar ein Melodram, aufzuführen.

  • 1949

    1949 ging es mit dem Theaterstück „Das Köhlerkind am Wildbachsgrund“ weiter.

  • 1951

    1951 spielte man „Wenn eine Mutter betet für ihr Kind“, 1951 kam „Das Trauringel“ zur Aufführung. Weitere Lustspiele wie „Schuß im Erbengrund“ wurden in dieser schlechten Zeit für das Publikum, das für amüsante Unterhaltung sehr dankbar war zum Lacherfolg. Nach Pfarrer Eckert führten Gottfried Brommberg und Willi Jäger Regie. Als weitere „Berühmtheiten“ dieser Zeit werden Josef Müller, Karl Fiederling, Elisabeth Eidenschink, Elisabeth Karpf (Sonnenwirtin), Waltraud Müller (Brunzlow), Betty Bauer, Josefine Diener, Maria Schmelz (Meller), Gerhard Michel, Max Herzog, Inge Wilms (Keimig) und Edgar Keller genannt. Man sieht also, das Theaterblut fließt den Trennfeldern in den Adern!

Und dann kamen wir - Das Böhmenstadel

1987 hatten Friedrich und Maria Kraft die Idee das Theaterspielen in Trennfeld wieder aufzunehmen und eine Theatergruppe zu gründen. Und da das nicht von alleine geschieht, ergriffen die beiden auch sofort die Initiative. Und so kam es dann, dass Friedrich Kraft im Herbst 1987 plötzlich bei einigen „Auserwählten“ oder bei Leuten, die an einer feuchtfröhlichen Geburtstagsfeier bereits zugesagt hatten, mit einem Textbuch vor der Tür stand und ehe man sich versah war man plötzlich „Schauspieler“ Das Stück „Die Geliebte im Schrank“ war bereits ausgesucht, die Rollen vergeben und Norbert Roos vom Gasthaus Hirschen in Trennfeld stellte uns seinen Saal als „Theater“ zur Verfügung. Anfangs zwar etwas skeptisch, dann aber mit wachsender Begeisterung und all die Jahre völlig kostenlos, das muss hier auch erwähnt werden! Da saßen wir also im Spätherbst 1987 im Pfarrheim oder in der alten Schule, ein unerfahrener Haufen von Chaoten, die zwar heiß aufs Schauspielern waren, die aber nicht so recht wussten, wo sie anfangen sollen und ob das, was sie da zusammenspielten überhaupt als „Theater“ zu bezeichnen war und beim Publikum ankommen würde. Es gab nur eine Lösung: Ein Regisseur mit Erfahrung in diesem Metier musste her! Aber das war nichts so einfach! Viele Anfragen verliefen im Sand, aber dann fanden wir ihn: Hermann Trabel! Als viele uns belächelten und keiner so richtig an uns glaubte, er glaubte an uns! Er nahm sich Zeit für unsere Proben und mit seiner Ruhe und Geduld schaffte er es in den ersten 3 Jahren etwas Ruhe in unseren Haufen zu bringen. Und er brachte uns die Grundbegriffe von Mimik und Gestik bei und erklärte uns, dass man sich an den Text halten muss und nicht einfach daher schnattern kann was einem gerade so einfällt. Eine alte Theaterkulisse, schon etwas wurmstichig, aber noch gut erhalten, wurde ausgegraben und zurechtgezimmert. Die Möbel und Requisiten vom Schrank bis zum „Liebestöter“ liehen wir uns von Verwandten und Bekannten zusammen und dann ging es los! Jedes Jahr stehen wir nun in der Fastenzeit, hierfür haben wir 1988 vor unserer ersten Aufführung sogar eine Genehmigung beim Pfarrer eingeholt, auf der Bühne. Am Anfang mit Stücken verschiedener Autoren und Verlage, seit unserm 10. Bühnen- jubiläum überwiegend mit von Regina Rösch selbst geschriebenen Stücken. Ja, wer hätte damals gedacht, dass es uns so viele Jahre gibt? Dass viele unserer treuen Zuschauer bereits nach der Aufführung fragen: „Und, spielt ihr nächstes Jahr wieder?“ Hatte nicht so mancher prophezeit: „Zwei, drei Jahre, dann fällt das wieder auseinander“? Die Anzahl unserer Zuschauer stieg und stieg und inzwischen kommen pro Jahr ca. 3.000 Leute aus der gesamten Umgebung, aus Aschaffenburg, Offenbach und Würzburg zu uns, um das Böhmenstadel zu sehen. Inzwischen standen wir 375 Mal auf der Bühne und haben 38 „Schauspieler“ verschlissen. Und 5 unserer Schauspieler standen 1988 das erste Mal auf der Bühne und sind auch heute noch dabei. Stefanie Engelhardt und Regina Rösch haben alle Aufführungen vom Anfang bis heute mitgespielt. Und jedes Jahr stellen sich einige Menschen die große Frage: „Was mache dann die vom Böhmenstadel mit dem haufe Gaald“? Da bekommt man schon mal Hochrechnungen präsentiert, dass doch eigentlich noch mehr Geld hätte gespendet werden können. Dabei vergißt man natürlich, dass die Bühnenausstattung nicht vom Sperrmülll kommt und Geld kostet, Requisiten benötigt werden, Miete und Nebenkosten gezahlt werden müssen und wir beim Umzug in die Triefensteinhalle weder Vorhänge noch Stühle hatten, die wir erst anschaffen mussten. Und selbst Hobby-Schauspieler haben in den 5 – 6 Monaten von der ersten Probe bis zur letzten Aufführung auch mal Hunger und Durst! Aber Spaß beiseite: Dank unserer vielen treuen Zuschauer und der Unterstützung durch zahlreiche Helfer war es uns bisher möglich insgesamt 308.662,93 EURO an soziale und gemeinnützige Organisationen weiterzugeben. Und darauf können wir schon ein bisschen stolz sein! „Lachen ist die schönste Sprache der Welt“ Unser Ziel wird auch weiterhin sein unsere Zuschauer zu unterhalten, ohne politische und moralische Botschaften. Wer zu uns kommt, soll 3 Stunden lang alle seine Sorgen vergessen und wieder einmal so richtig lachen! Und wenn unsere Zuschauer erzählen, dass sie nach dem Theaterbesuch nicht schlafen konnten, weil sie noch im Bett gelacht haben, ist das für uns der schönste Lohn! Wir sind uns einig: Solange wir noch Spaß am Theaterspielen haben und gesund bleiben machen wir weiter - solange ihr uns noch sehen wollt!

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